Maike in Japan




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Lakritz

Da Japaner kein Lakritz mögen, ist es nicht verwunderlich, dass man es nirgendwo im Geschäft kaufen kann. Selbst Lebensmittelgeschäfte mit internationalem Sortiment führen in der Regel keine. Dennoch habe ich es in der letzten Zeit überraschend häufig geschafft, an welche heranzukommen.

Zunächst einmal gibt es in unserer Nähe ein großes französisches Kaufhaus, und ich habe letztens festgestellt, dass es dort tatsächlich welche gibt, natürlich nur eine einzige Sorte, die auch noch teuer ist und etwas seltsam schmeckt, aber immerhin. :-)

Weiterhin war ein Kommilitone aus der Uni in Deutschland und hat als Andenken für alle Lakritz mitgebracht. Also, entweder wusste er nicht, was das ist, oder man muss davon ausgehen, dass er die Leute hier alle nicht leiden kann. ;-) Zumindest war ich wahrscheinlich die einzige, die davon gegessen hat, ohne anschließend gleich zum Mülleimer zu laufen.

Zudem war mein Freund letzte Woche in den USA und hat mir von dort eine große Tüte Lakritz mitgebracht. Ich glaube, jetzt brauche ich erstmal eine Weile keine mehr. Und wenn doch, kann ich noch die aus der hintersten Schrankecke hervorholen, die ich mir als Notfallration aus Deutschland mitgebracht habe. :-)
4.7.06 09:53


Stipendium

Diese Woche wurde mir mitgeteilt, dass mir ab Oktober ein Stipendium vom Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology (MEXT) bewilligt wird. Das heißt also, dass ich ab Oktober wieder Studentin bin, und zwar erstmal "research student". Falls ich die Aufnahmeprüfung bestehe, mache ich hier in Japan meinen Master of Engineering. Leider weiß ich noch nicht, wie hoch das Stipendium ausfällt, also auch nicht, ob damit die Lebenshaltungskosten komplett oder nur teilweise abgedeckt sind.

Durch die positive Nachricht motiviert, habe ich auch schon mit den Vorbereitungen auf die Prüfung im Dezember begonnen. Zur Zeit bin ich dabei, die Aufgaben der letztjährigen Prüfung zu lösen. Fachlich scheint die Prüfung gar nicht so schwierig zu sein, aber meine Japanischkenntnisse, insbesondere das Fachvokabular, weisen noch große Lücken auf.

Schade ist, dass mein Freund, der ja an der gleichen Uni studiert, nächstes Jahr im März fertig wird. So können wir also nur ein halbes Jahr zusammen studieren. Mal sehen, wo er dann eine Stelle bekommt. Wäre natürlich blöd, wenn er in eine weit entfernte Stadt oder sogar ins Ausland geht, und ich zwei Jahre lang alleine in Osaka bin. :-(
9.7.06 15:18


Lieber unpünktlich

Momentan wird der Bahnhof Osaka komplett umgebaut (ich habe gelesen, das soll bis 2012 dauern), und so war am Mittwoch morgen eine Passage gesperrt, die ich auf dem Weg zur Arbeit durchquere. Durch den unerwarteten Umweg bin ich leider zu spät zur Arbeit gekommen. Das war allerdings ein überraschend angenehmes Erlebnis, da schon wenige Minuten nach 9 Uhr die Straßen sehr viel leerer sind. Auch der Fahrstuhl war nicht überfüllt wie sonst, sondern fast leer. Das liegt daran, das in Japan Gleitzeitarbeit leider überhaupt nicht verbreitet ist.

Ebenfalls am Mittwoch war ich mittags im Konbini (convenience store) im Untergeschoss des Gebäudes, um mir etwas zu Essen zu kaufen. Die Mittagspause ist bei uns von 12 bis 1 Uhr. Normalerweise mache ich entweder früher oder später Mittagspause, je nachdem wie das mit der Arbeit am besten passt. Doch an dem Tag bin ich tatsächlich um Punkt 12 Uhr losgelaufen. Ich habe den Laden noch nie so überfüllt erlebt. Natürlich hatte ich nicht daran gedacht, dass in dem gesamten Gebäude alle Angestellten um 12 Uhr ihre Mittagspause beginnen.

Demnächst mache ich meine Mittagspause also lieber wieder unpünktlich. Mit dem Arbeitsbeginn ist das schwieriger, ständig zu spät zu kommen, ist wahrscheinlich nicht so gut, und noch früher aufstehen muss ich auch nicht unbedingt. ;-)
14.7.06 15:40


Risiko von Auslandsaufenthalten

Mitlerweile ist es ja sehr beliebt, einige Zeitlang im Ausland zu leben, sei es als Austauschschüler, Austauschstudent oder Praktikant, um seinen Horizont zu erweitern und nicht zuletzt, weil es im Lebenslauf gut aussieht. Doch unterschätzt wird dabei, was für langfristige Folgen so ein Auslandsaufenthalt auf die eigene Lebensplanung haben kann. ;-)

Beispielsweise habe ich letzte Woche eine E-Mail von einem amerikanischen Studenten erhalten, der letztes Jahr mit mir zusammen in Osaka studiert hat. Er ist jetzt wieder zurück nach Japan gekommen, hat eine Japanerin geheiratet, die er letztes Jahr kennengelernt hatte, und arbeitet zur Zeit im Betrieb ihres Vaters. Und ich bin ja schließlich auch wieder zurück nach Japan, wenngleich ich es mit dem Heiraten nicht so eilig habe.

Ich schätze, dass von allen Studenten, die mit mir in dem Austauschprogramm waren, mindestens ein Viertel eine neue Beziehung eingegangen sind, bei einigen anderen ist während ihres Aufenthaltes ihre alte Beziehung in die Brüche gegangen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich gerade bei längeren Aufenthalten was im Beziehungsleben ändert, ist also gar nicht mal so gering.
15.7.06 17:39


Männer haben es schwer

So hieß die Kneipe (auf Japanisch otoko ha tsurai), in der gestern abend die ganze Firma zusammen gefeiert hat. Ein paar Kolleginnen hatten mich schon vorgewarnt, dass vor allem die männlichen Kollegen dem Alkohol auch in größeren Mengen ganz und gar nicht abgeneigt sind, und beim BBQ hatte ich das ja auch schon mitbekommen.

Standardgetränk bei solchen Parties ist natürlich Bier. Das gab es frisch gezapft und in riesigen Plastikgläsern serviert (in ein solches Glas passen schätzungsweise mindestens 3 Liter). Dazu erhält jeder ein normales Trinkglas. Gegen Ende einer Party kommt es jedoch regelmäßig vor, dass ein paar Leute direkt aus den großen Plastikbehältern trinken.

Zu Essen gab es dementsprechend auch Speisen, die gut zu Bier passen, also viel fritiertes Fleisch und andere salzige, fettige Speisen. Gegen Ende der eineinhalbstündigen Party fanden einige sturzbesoffene Kollegen es witzig, einen Cocktail aus übriggebliebenen Speise- und Getränkeresten zu mixen. Dass sie dabei auch leckere Sashimi verwendet haben, fand ich jedoch schockierend. Die hätte ich zur Not auch noch auf dem Rückweg gegessen. ;-) Viel Gelächter gab es, als einige dann versuchten, das wirklich eklig aussehende Gemisch zu trinken.

Nach dem Essen zogen dann alle weiter zu einer Karaokebar. Ich bin allerdings nicht mehr mitgekommen. Das war wahrscheinlich unhöflich, aber als einzig Nüchterne in der Gruppe hatte ich da echt keine Lust zu. :-(
22.7.06 16:02


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